Schuhmode im 18. und 19. Jahrhundert

Vom prunkvollen Barock über die Nüchternheit der Revolution bis hin zur Geburtsstunde der modernen Schuhindustrie: Diese zwei Jahrhunderte prägten unser heutiges Verständnis von Fußbekleidung.


Bestickte Seidenschuhe England 1780 Foto: Bata Shoemuseum Toronto

 

18. Jahrhundert: Zwischen höfischem Prunk und Revolution

In der ersten Hälfte des Jahrhunderts war der Schuh das ultimative Statussymbol des Adels, maßgeblich beeinflusst durch den französischen Hof in Versailles.

  • Materialien & Design: Man trug luxuriösen Brokat, handbestickte Seide oder fein bemaltes Leder. Standard waren opulente Verzierungen mit Edelsteinen, Silber-Applikationen und kunstvollen Spangen.
  • Der Absatz als Machtfaktor: Sowohl Männer als auch Frauen trugen hohe Absätze (oft in Rot, den "Talons Rouges"), um ihre Distanz zum gemeinen Volk und ihren hohen Stand zu demonstrieren – oft auf Kosten jeglicher Bequemlichkeit.
  • Die Zäsur (1789): Die Französische Revolution beendete den aristokratischen Prunk abrupt. Seide wich dem Leder, Schnallen wurden durch Schnürsenkel ersetzt. Der schlichte Holzschuh (Sabot) wurde zum Symbol der revolutionären Gleichheit.
  • Empire-Stil: Um 1804 etablierte Napoleon die sogenannten Escarpins (flache Tanzschuhe), die europaweit zum Trend an den Höfen wurden.

19. Jahrhundert: Industrialisierung und Vielfalt

Dieses Jahrhundert markiert den entscheidenden Übergang vom individuellen Handwerk zur industriellen Massenfertigung.

Der Wandel der Formen

  • Die Quadratspitze: Ab etwa 1830 dominierte die markante quadratische Schuhspitze für fast 50 Jahre das Modebild.
  • Damenmode: Während Schuhe Mitte des Jahrhunderts meist unter voluminösen Reifröcken verborgen blieben, kehrten ab 1870 hohe Absätze und verspielte Stiefeletten in die Damenmode zurück.

Technische Innovationen

Die Schuhherstellung wurde durch drei Faktoren revolutioniert:

  • Die Nähmaschine: Sie ersetzte die langsame Handnaht und beschleunigte die Produktion massiv.
  • Synthetische Farben: Erstmals war es möglich, Schuhe in einer nahezu unbegrenzten und leuchtenden Farbpalette anzubieten.
  • Massenproduktion: Modische Schuhe waren kein Privileg der Elite mehr, sondern wurden für breite Gesellschaftsschichten erschwinglich.

Trotz der Industrie blieb das Luxushandwerk bestehen. Designer wie Francois Pinet schufen weiterhin handgefertigte Schuhe mit extravaganten Stickereien für die Weltelite.

Vergleich: Handwerk vs. Industrie

Merkmal 18. Jahrhundert (Handwerk) 19. Jahrhundert (Industrie)
Fertigung: Maßarbeit durch den Schuster Serienfertigung in Fabriken  
Zielgruppe: Adel & reiches Bürgertum Breite Bevölkerungsschichten  
Primärfokus: Repräsentation & Schmuck Funktionalität & Erschwinglichkeit  

 

Der Beginnn der Schuhgeschichte

Die ersten Schuhe


Schuhe im 15.-17 Jh

Schuhe im 15.-17. Jahrhundert


Schuhe im 19. Jahrhundert

Schuhe für besondere Anlässe

Schuhe für besondere Anlässe

 

Schuhe im 20.Jahrhundert

Schuhe im 20 Jahrhundert
 

Virtuelles Schuhmuseum

Virtuelles Schuhmuseum

 

So entsteht ein Schuh

Wie Schuhe entstehen

 

 


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